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 Ställe der Truppe

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Miyamoto Naoya
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BeitragThema: Ställe der Truppe   Mi Mai 21, 2014 9:28 pm


Ställe der Truppe


Hier findet jedes edle Tier sein zu Hause, das in die Dienste des Daimyô tritt und damit einen Reiter der Truppe von Tetsu no Mura auf seinem Rücken in den Kampf oder auf Missionen trägt. Es gibt die Möglichkeit Privattiere ebenso unterstellen zu lassen, wie sich ein Tier aus der Zucht der Familie Yukijiro zu nehmen, wenn man denn eine Genehmigung für dieses Tier erhielt. Die Yukijiro und ihre Angestellten sind seit vielen Jahrzehnten die Züchter der Truppenpferde und stehen immer mit Rat und Tat zur Seite.


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Miyamoto Naoya
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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Do Mai 22, 2014 5:19 pm


.:Firstpost:.

Ein recht ruhiger, obgleich arbeitsreicher Tag war doch zumeist das, was man sich wünschte, wenn man Daimyô war, nicht? Für gewöhnlich würde man seine Arbeit in Ruhe zu Ende bringen und irgendwann das eigene Heim aufsuchen, hätte man nicht gesellschaftliche oder arbeitstechnische Pflichten, die einen selbst dazu verdammten, die Zeit außerhalb des Hauses zu verbringen. Nicht, dass man besonders gern allein zu Hause saß, aber nach einem - zumindest geistig - anstrengend Tag, konnte man sich doch irgendwie schöneres vorstellen, als noch Gespräche zu führen, die die Zucht von Pferden betrafen. Auch wenn man noch so viel für diese Tiere empfand, waren nackte Zahlen in dieser Hinsicht wenig interessant.
Naoya war wohl einfach nicht der Typ für die Abklärung von Futterbeständen, Gesundheit der Tiere und ähnlich wichtigen Dingen, die der Familie und den Angestellten, die hier tägliche ihre Arbeit leisteten, wohl wichtig waren. Letztendlich hätte er genauso gut jemanden hierher schicken können, sich vor dem persönlichen Gespräch drücken können, aber ihre Familien waren langjährige Verbündete und Freunde und seine Mutter wäre wohl wenig glücklich darüber, wenn er das Ganze nicht persönlich in die Hand nehmen würde - auch wenn sie das nicht sagen würde, er wusste es. Der Verpflichtung folgend trugen seine Füße ihn also recht gemütlich von seinem Arbeitsplatz, der heute überraschend lange im Büro im Verwaltungsgebäude gelegen hatte, hin zu den Ställen, in denen sich eigentlich jedes Tier der Truppe fand.
Es war noch nicht Abend, eher später Nachmittag und die Temperaturen waren noch weitesgehend angenehm, sodass man die übliche Bekleidung an seinem Körper fand, genau wie seine immerwährenden Begleiter, namentlich sein Katana und sein Wakizashi. Etwas in Gedanken fuhr der Daimyô sich durch das Haar, das nicht in dem Zopf auf seiner Schulter lag und befreite das eine seiner Augen so von der Verdeckung, die all zu häufig präsent war. Ihm kam bei dem Anblick der Tiere auf den Weiden wieder in den Sinn, dass er heute eigentlich seine Generäle hatte befragen wollen - nichts schwerwiegendes, hauptsächlich Dinge hinsichtlich der Ausbildung der Rekruten - doch er hatte keinen von beiden finden können. Dass er bei Pferde an Generäle dachte, sollte keineswegs eine Beleidigung sein, sondern der Grund fand sich wohl in seinem Wissen über die innige Beziehung von Reiko zu ihrer Stute.
In einer seltsam gruseligen Weise ging die Frau mit dem Tier sogar shoppen.
Mit einer kurzen Kopfbewegung war der Gedanke bereits wieder abgeschüttelt, denn es wäre wohl ein zu großer Zufall, wäre sie hier gewesen. Außerdem war sein Anliegen wohl ein ganz anderes, sodass er sich wieder darauf konzentrierte und kurz seinen Blick hin zu den Ställen wandte, während seine Ohren auf die Geräusche hinter sich lauschen. Manchmal konnte man es leid sein, bei offiziellen Wegen ständige Begleitung zu haben, vor allem dann, wenn man in der Lage war, sich selbst zu verteidigen. Dennoch würde der großgewachsene Mann, der seine beiden heutigen Leibwachen ohnehin überragte, das natürlich nie äußern. Er würde sie wegschicken, sobald das Gespräch mit der Hausherrin beendet war, die die Zucht übernommen hatte, nachdem ihr Vater gestorben war und ihr Mann als ehemahliger General im Ruhestand wohl schlichtweg etwas seine Ruhe genießen wollte, anstatt sich mit den Befangen seiner Frau zu befassen.
Schon von Weitem erkannte er das nussbraune Haar der Frau, die gerade mal 7 Jahre mehr maß, als er selbst und - obwohl sie diesen Betrieb hier quasi verwaltete - eine sehr zarte und ruhige, sowie vorsichtige Person war, die stets darum bemüht war, es ihrem Mann und ihrem Herren recht zu machen. Wie gut, dass sie Naoya mittlerweile kannte und wusste, dass sie ihm nicht so in den Hintern zu kriechen brauchte, wie es bei seinem Vater notwendig gewesen war. Mit ihrem sanften Lächeln und einer tiefen Verbeugung begrüßte sie den Miyamoto, der den Kopf neigte und ihr Lächeln sanft erwidert. Er wirkte genauso beherrscht wie jeden Tag, aber man merkte, dass es hier eine weniger offizielle Atmosphäre war. "Vielen Dank, dass du mich heute empfängst, Itoe. Ich hoffe, dass mein Besuch dir keine Umstände macht."
Naoyas Stimme klang wie immer ruhig und tief, während er begann, sich zu unerhalten.
Natürlich versicherte sie, dass sein Besuch eine große Ehre sei und sowieso niemals zur falschen Zeit kommen könnte, bevor sie der Höflichkeiten genüge taten und sich dem zuwanden, weshalb er hier war. Eine ganze Weile unterhielten sie sich über verwaltungstechnische Belange der Ställe und darüber, wie gut die Zucht in diesem Jahr doch gelungen war, dass es wohl viele vielversprechende Fohlen gab, obgleich auch ein bis zwei ihnen Sorgen machten, ob sie überleben würden. Wie immer erkundigte er sich danach, was er tun konnte, um ihnen die Arbeit zu erleichtern und bot damit Raum für die Anliegen der Yukijiro. Wie meistens freute sie sich darüber, bedankte sich und nannte einige bescheidene Bitten, die zu verwirklichen kein große Problem werden sollten, obgleich sie für den Betrieb viel bedeuten würden.
Während dem Gespräch ließ er sich herumführen, begutachtete Pferde und nahm alles aufmerksam in sich auf, selbst die Schritte, die stets hinter ihnen zu hören waren. Letztendlich, als eigentlich alles geklärt war und jedes Wort, das sie austauschten, wesentlich entspannter und belangloser war, als die zuvor, blieben die vier Menschen stehen, ein Stallbursche ging dem Auftrag nach, ein Schreiben für Naoya zu besorgen und eilte demnach davon. Die roten Augen des Daimyô folgten dem Burschen, blieben aber an dem rotblonden Schopf hängen, der ihn wieder zu den Gedanken der Symbolik von Generälen und Pferden führte. Itoe folgte seinem Blick und lachte leise, etwas verhalten. "Sie beehrt uns bereits wieder eine ganze Weile.", erklärte sie ruhig und schien sich etwas darüber zu amüsieren, freute sich aber ebenso, denn es bedeutete, dass sich jemand für ihre Tiere interessierte und nicht nur dafür, wozu sie im Kampf gut waren.
Naoya räusperte sich ruhig, aber hörbar, ein unverbindliches Lächeln auf den Lippen. "Ich vermute deshalb war das Büro verwaist. Fragt sich nurnoch, wo sie ihren Kollegen ließ."

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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Fr Mai 23, 2014 11:08 pm

Firstpost yo.~

Es war schon den ganzen Tag relativ warm gewesen – nicht derart warm, dass man dabei zerging, aber für Reiko doch zu warm, um sich wirklich auf den zu erledigenden Papierkram zu konzentrieren. Nicht, dass das auch nur ansatzweise etwas Neues gewesen wäre, aber es war mal wieder eine andere Ausrede gewesen, um sich von dem stetig wachsenden Berg zu drücken. Vorerst. Zu ihrer großen Enttäuschung waren die meisten der Unglücksseligen, denen sie den unwichtigeren Kram hätte aufschwatzen können, ebenso wenig auffindbar gewesen, wie es ab einem gewissen Zeitpunkt ihr lieber Herr Kollege von General war. Gleichzeitig hatte das aber auch bedeutet, dass sie sich nicht unter seinem kaum zustimmenden Blick hatte verdrücken müssen, auch, wenn es schwer war, die unerledigte Arbeit wirklich zu verheimlichen. Ihr Weg hatte sie, nachdem sie nach unglaublichen drei Minuten aufgegeben hatte, ziellos quer durch das Gebäude geführt, ehe sie bei den Trainingsgeländen ihren ersten Halt gefunden hatte. Sie sah immer wieder von Neuem gerne den Nachwuchstalenten, aber auch ihren Schwertbrüdern und -schwestern bei dem Training zu, ebenso, wie sie diese dabei unterstützte, auch, wenn dies heute nicht der Fall war. Sie hatte sich erst vor zwei Tagen intensiv mit den Bereich beschäftigt, indem sie an dem Training neuer Rekruten auch aktiv teilgenommen und anschließend noch mit mehreren Truppenführern, sowie vorwiegend als Sensei tätigenden Samurai gesprochen hatte. Sie konnte selbstverständlich nie wirklich alle abklappern, aber sie hatte dadurch doch wieder einen verhältnismäßig genauen Überblick erhalten, den sie auch sehr schätzte. Gleichzeitig sickerte auch immer die Truppenmoral mit durch, und über eben jene stets im Bild zu sein konnte bei einer Strategieentwicklung ungemein essentiell sein.
Zu diesem Zeitpunkt war es früher Mittag gewesen, und da Reiko sonst nichts zu tun hatte – außer einem „unwichtigen“ Berg an Papierkram natürlich -. hatten ihre Schritte sie wie selbstverständlich und ganz ohne ihr Zutun in Richtung der Weiden geführt. Wie bei zwei sich anziehenden Magneten war ihr Hana entgegen gekommen, auch, als sie noch kaum in Rufweite war. Im Anschluss war es schließlich mal wieder dazu gekommen, dass Reiko und Hana geradezu aneinanderklebten und für die Zeit praktisch nicht mehr im Einzelpack gesichtet wurden. Ganz ungenutzt hatte Reiko die Zeit dann aber doch nicht verstreichen lassen; da sie sich ohnehin bei Hana befand, hatte sie die Zeit dazu verwendet, ihr Können im Bajutsu einmal mehr aufzufrischen. Angesichts der verhältnismäßig hohen Temperaturen war die kleine Trainingseinlage jedoch nicht gerade lang gewesen und angesichts der Tatsache, dass Hana nur im Schritt durch die Gegend geschlichen war, auch kaum nennenswert.
Damit, dass Hana jedoch auch für eine kleine Abkühlung sorgen würde, hatte Reiko allerdings keineswegs gerechnet. Wie hätte sie auch wissen sollen, dass ihr Lieblingspferdchen auf die glorreiche Idee kam, ihr den Wasserschlauch mehr oder weniger aus den Händen zu reißen, als sie gerade dabei war, selbige immerhin ein wenig abzuspritzen. Ob die Generalsdame von Glück sprechen konnte, dass hauptsächlich ihr Haar und oberer, vorderer Torso dabei nass wurden, war aber wohl zweifellos Ansichtssache. Zog man jedoch in Betracht, wem sie am späten Nachmittag über den Weg laufen sollte, hatte sie wohl Glück, dass ihre obere Kluft nicht nur schwarz war, sondern noch dazu relativ schnell wieder trocknete, sodass sie zu dem Zeitpunkt, als sie dem Daimyo über den Weg lief nur noch eine leichte Feuchtigkeit hauptsächlich entlang des Kragens vorzuweisen hatte. Da ihr Haar nach der halben Dusche allerdings eher einem Vogelnest als einer Frisur glich, band sich die Rotblonde ihr langes, dickes Haar zu einem tiefen, und sehr lockeren Knoten im Nacken zusammen, der zwar so aussah als würde er jeden Moment wieder aufgehen, tatsächlich aber sehr gut hielt. Zudem wurde ihr Haar dadurch erst wieder präsentabel, auch, wenn es doch länger zum Trocknen brauchte als ihre Kleidung – aber es war zumindest nicht komplett klatschnass. Als 'Bestrafung' durfte Hana daraufhin ihre Putzsachen selbst tragen, auch wenn sie dabei erstaunlich viel Ähnlichkeit mit einem beleidigten Hund aufwies, zumal der Anblick an sich auch nicht gerade alltäglich, geschweige denn selbstverständlich war. Aber Hana konnte es eben. Wirklich. Dass sie den Daimyo dennoch erst verhältnismäßig spät bemerkte, obwohl sie fast direkt mit Hana auf ihn zuging, war wohl auch ein Kunststück für sich, gleichzeitig aber auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie ihren höchst belustigten Blick, der zusammen mit einem kaum verhohlenen Grinsen kam, auf die Schimmelstute gerichtet hielt, die -im Gegensatz zu Reiko – wieder tadellos trocken war. Ihre Aufmerksamkeit wurde erst durch das Räuspern einer ihr bekannten Stimme auf den Besitzer eben jener gelenkt, woraufhin ihr im ersten Moment ein ungemein aussagekräftiges und vielsagendes „Oh.“ entfleuchte, das nicht eines erstaunten Untertones entbehrte, hatte sie doch keineswegs damit gerechnet, ihren Daimyo hier und jetzt anzutreffen. Auch wenn der sie deutlich überragende Herr es ohne große Probleme schaffte, die Blicke aus den unterschiedlichsten Gründen auf sich zu ziehen, wanderte der Blick der Koyama kurz darauf auf die, besonders im Vergleich, weitaus unscheinbarere Itoe. In beinahe derselben Bewegung befreite sie beiläufig den Griff des Putzkastens aus den Kiefern Hanas – nicht, dass man die Konstellation nicht schon längst gesehen hätte – und schenkte der an sich freundlichen Frau ein nicht minder freundliches, breites Lächeln, das man schon eher als Grinsen bezeichnen musste.
Erst danach wanderte ihr Blick wieder zurück nach oben zu Naoyas Gesicht, ehe sie ihn mit einer offiziellen Verbeugung begrüßte, die nicht so tief war, dass sie die Staubkörner einzeln hätte zählen können, allerdings auch nicht von Unhöflichkeit zeugte. „Der werte Herr Daimyo.“, bemerkte sie mit einem Tonfall, der bei vielen anderen wohl als dreist durchgegangen wäre, bei ihr jedoch eher als gutmütig amüsiert anzusehen war. Vorausgesetzt, man kannte sie in dem Punkt. Ihr Blick huschte zurück zu ihrer vierbeinigen Begleiterin, ehe sie sich leicht an dessen Schulter anlehnte. „Sag Hallo, Hana; du willst doch nicht unhöflich sein.“ Langsam, als ob sie dies tatsächlich in Kauf nehmen wollen würde, knickte die Stute ein Vorderbein leicht ein und schwenkte schnaubend den Kopf leicht nach unten. Reiko war recht entzückt gewesen als sie festgestellt hatte, dass Hana sich dies beibringen hatten lassen, und seitdem nutzte sie durchaus derartige Situationen dafür. Als sie ihren Blick ein weiteres Mal auf Naoya heftete, neigte sie den Kopf in fragender Haltung leicht zur Seite. „Du hast uns gesucht?“ Dass sie selbst nicht wusste, wo ihr lieber Herr Kollege war, musste sie ja nicht gleich offenbaren. Vielleicht hatte er sich einfach nur ein paar Haarklammern besorgen wollen, um sein verführerisch wuscheliges Haar ein wenig zu bändigen – oder es gab einen Ausverkauf von Haarpflegeprodukten, zu dem er unbedingt hatte gehen wollen. Zwar hielt Reiko selbst keine der beiden Möglichkeiten in Wahrheit für wirklich wahrscheinlich, aber sie reichten doch allemal, um sie ungemein zu erheitern und ihr Lächeln zu einem amüsierten, nicht gerade schmalen Grinsen werden zu lassen.
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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Sa Mai 24, 2014 5:48 pm

Nun, bei dem extrem aussagekräftigen, intellektuell hochanspruchsvollen Ausruf der Dame konnte sich wohl kaum jemand eines Lächelns erwehren, sodass es auch Naoya nicht tat, sondern seine Lippen gleichmütig leicht verzog und den Blick erwiderte, der ihm entgegengesetzt wurde. Während die Generalin damit beschäftigt war, die Inhaberin und Betreuerin der Ställe zu begrüßen, machten sich die Augen des Daimyô unauffällig daran, das Erscheinungsbild der ihm nicht unbekannten Person einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. Trotz der Tatsache, dass ihm das Feuchtgebiet um den stets ausladenden Ausschnitt der Dame auffiel, verweilten seine Augen nicht sonderlich länger an der Stelle, als an jeder anderen und er erwähnte die Entdeckung auch nicht, verschob die Belustigung nach innen und fragte sich, wer sie wohl zum Duschen in Kleidung geschickt hatte. Vielleicht hatte sie auch einfach vergessen, dass man sich für gewöhnlich auszog, bevor man sich unter kühlendes Nass wagte.
Grüßend neigte er auf ihre Verbeugung den Kopf, schien sich nach diesem 'offiziellen Teil' in seiner Haltung etwas zu entspannen, indem er sein linkes Handgelenk an seinen Obi hängte, sodass der Arm locker angewinkelt in der Nähe seiner Waffen war. Er tat das nicht etwa, weil er sich bedroht fühlte oder genötigt, seine Waffen zu benutzen, geschweige denn überhaupt zu ziehen, es war eben eine gewohnte Körperhaltung, die Entspannung suggerierte und unter Samurai wohl weniger bedrohlich eingeschätzt wurde, als in vielen anderen Kulturkreisen. "Die werte Frau Generalin in ihrer benässten Lieblichkeit", erwiderte er den Gruß mit einem Lächeln und ignorierte das Schnauben des einen Mannes hinter ihm. Nicht jeder konnte mit charakterstarken Frauen umgehen - nichtmal Naoya konnte das wirklich - aber es gab leider wohl auch noch viel zu viele Traditionalisten, die einer Frau nicht zutrauten, dass sie ein ebenso guter General sein konnte, wie ein Mann es eben war.
Statt sich darüber aufzuregen oder darauf einzugehen, neigte der Daimyô seinen Kopf auch dem Pferd zum Gruß und wandte den Blick dann wieder Reiko zu. "Faszinierend, was man mit einem Händchen für Pferde so alles anfangen kann." Nicht, dass er selbst keine Liebe zu den Tieren empfand, die viele von den Samurai die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Rücken trugen, aber er war doch kein großer Fanatiker und würde wohl keineswegs mit dem Tier in der Innenstadt spazieren gehen. Was nicht bedeuten sollte, dass er das verurteilte, es war eben... gruselig. Aber Reiko konnte auch ohne Pferd ganz gut gruselig werden. Doch bevor er sich in Erinnerungen verlieren konnte, wann das der Fall gewesen war, weil sie ihrem seltsamen Temperament freien Lauf gelassen hatte, das man sonst eigentlich nie erlebte, banden ihre Worte ihn schon an die Pflicht darüber Auskunft zu geben, warum er sie und ihren Generalskollegen gesucht hatte, aber nicht hatte auffinden können.
"Euch, ja. Dich und Kasai, nur war weder der Eine noch die Andere zu finden." Sein gleichmütiger Gesichtsausdruck entschärfte wohl die Enttäuschung, die bei jemand anderem in der Stimme gelegen hätte, wenn er seine 'Arbeitskollegen' während ihrer Arbeitszeit nicht würde auffinden können. "Aber das hat Zeit, bis wir uns wieder in Räumen treffen, die aussehen, als müsste man darin arbeiten", erklärte er ruhig und verschob damit sein Anliegen eben auf die nächsten Tage. Nicht nur, weil es nichts brenzliges war, sondern auch, weil sie sich hier in Gesellschaft dreier anderer Personen befanden, die nicht wirklich jedes militärische Gespräch des Dorfes mitzuhören hatten. Außerdem wollte er Itoes Zeit nicht unnötig vergeuden, indem er sie links liegen ließ, während er sich einer anderen widmete und ihr nicht die Möglichkeit gab, sich zu entfernen.
So schwieg er kurz und fixierte mit seinem Blick den Stallburschen, der gerade wieder zurückkam und einen gebundenen Ordner vor sich her trug, in dem die Papiere waren, die für die Verwaltung benötigt wurden und einen Brief mit den Anliegen der Yukijiro. Mit einer Handbewegung bedeutete er den beiden Männern hinter ihm, dem Jungen beides abzunehmen und nickte ihm zu, bevor er sich an seine Gastgeberin wandte. "Ich danke dir für deine Zeit. Ich werde versuchen, deine Anliegen in den nächsten Tagen zu regeln und möchte dir nicht noch mehr deiner Zeit stehlen." Die Braunhaarige, kleine Frau verneigte sich tief vor den beiden Militärs und lächelte sanftmütig. "Ihr könnt uns jederzeit wieder beehren, aber ich vermute, meine Anwesenheit wird nun noch anderweitig verlangt", erklärte sie entschuldigend, murmelte leise Worte des Abschieds und verdrückte sich unauffällig in Richtung des Herrenhauses, das in der Nähe der Ställe im Zentrum des Hofs lag.
Sie hatte wohl eigene Angelegenheiten zu regeln.
Anstatt sich weiter damit aufzuhalten wandte der Dunkelhaarige sich aber daraufhin an seine beiden Begleiter und atmete ruhig durch, während er das Papier musterte. "Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr das in das Verwaltungsgebäude überstellen könntet. Ich denke für den Rest des Tages wird mich niemand mehr anfallen. Und wenn doch, habe ich noch eigene Waffen. Nehmt euch frei." Derart höflich entließ er die beiden und veranlasste sie dazu, ihre Posten zu verlassen und Reiko, Hana und ihn in dem Gang allein zu lassen. Beinahe merklich atmete er wieder tief durch und fühlte sich innerlich von einem gewissen Druck befreit, der immer auf ihm lag, wenn andere hinter ihm her dackelten, in der Absicht, sich für ihn vor jedes Messer zu werfen. Sowas konnte einem schon unangenehm sein.
Doch anstatt sich weiter Gedanken darüber zu machen, lächelte der Miyamoto sanft und musterte Reiko kurz, bevor er mit einer Kopfbewegung auf Hana deutete und die Stute musterte. "Ich vermute ein Tag mit ihr ist wesentlich erstrebenswerter als eine Erörterung des Momentanen Ausbildungsstandes der neuesten Rekruten. Ich beginne zu verstehen, warum euer Büro verwaist war", merkte Naoya etwas belustigt, obgleich durchaus mit ernstgemeinter Aussage an und verbrachte weiter seine Zeit damit, das Spiel der Muskeln unter dem Fell des Tieres zu beobachten. Es war schon irgendwo beeindruckend, wie viel Kraft in solch einem Körper steckte und wozu sie fähig war, wenn sie es denn wollte.

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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   So Mai 25, 2014 12:20 am

Es war nicht zu vermeiden, dass ihr unglaublicher, von hochgradiger Intelligenz durchzogener Ausruf allgemeine Belustigung hervorrief, was auch einer der Gründe war, weswegen sie eben dieser Umstand nicht weiter störte. Wäre er jemand anderem in dieser Situation entfleucht, hätte dies mit Gewissheit auch bei ihr Erheiterung ausgelöst. Aber diese Form der unglaublich schnellen und ausdrucksstarken Reaktion war bei ihr immerhin nicht als Normalfall anzutreffen, weswegen man es ihr wohl doch nachsehen konnte. Genauso wie den Umstand, dass sie nicht ganz so trocken war, wie sie es eigentlich sein sollte. Abgesehen davon nahm Naoya bald darauf eine entspanntere Haltung an, die Reiko dumpf daran erinnerte, dass sie auch ihr zweites Wakizashi und ihr Tanto, zusätzlich zu ihrem normalen Daicho mitführte. Sie neigte oft dazu, diese mitzuführen wenn sie sich in den Gebäuden der Truppen aufhielt, da sie oft genug im Anschluss oder zwischendurch größere oder kleinere Trainingseinheiten einschob, bei denen es praktischer war, wenn man die benötigten Waffen direkt mit sich führte und nicht erst von zuhause holen musste.
Auf die Antwort des Daimyos stieß sie einen relativ amüsierten Laut aus, ehe sie ihm ein breites Lächeln schenkte, dass er aber wohl mit Hana teilen musste, da sie ebenfalls mit diesem bedacht wurde, während Reiko ihr den Hals tätschelte. Ein wenig fester, als unbedingt nötig, aber keineswegs grob. Immerhin hatte sie Hana die 'benässte Lieblichkeit' zu verdanken. Es verwunderte sie allerdings kaum, dass ihm dieser Umstand aufgefallen war, obwohl ihr Kragen doch halbwegs fleißig dabei war, wieder trockenen Zustand anzunehmen. Doch während Naoya das Schnauben von einem seiner beiden Schatten wohl gekonnt ignorierte, heftete Reiko ihren Blick aus den kristallblauen Augen auf eben jenen Schatten. Auch ihm schenkte sie ein strahlendes Lächeln, das allerdings ein wenig zu strahlend war, um wirklich ehrlich zu sein, ehe sie sich übertrieben und spöttisch in seine Richtung verbeugte. „Dir auch einen wunderschönen Spätnachmittag, werter Herr Baum. Und natürlich auch dem reizenden Herrn Partner Schatten.“ Ihr Tonfall war nicht gerade das, was man als frei von Spott bezeichnen würde, zumindest nicht gegenüber dem Erstgenannten. Sie fühlte sich nicht wirklich persönlich angegriffen durch seine Reaktion, sondern war stets von Neuem milde amüsiert von so Figuren. Für viele unglaublich tolle Männer gehörten Frauen eben immer noch hinter den Herd und womöglich in einen hübschen Laden, aber sicher nicht aufs Schlachtfeld, in eine Rüstung und schon gar nicht in ranghohe Positionen innerhalb des Militärs. Aber sie wusste aus eigener Erfahrung, wie schnell diese Einstellung den charmanten Herren zum Verhängnis werden konnte. Ihr Lieblingsschwager Keiichi war dafür wohl noch immer das beste Beispiel; auch nach den vielen Jahren zuckte er noch immer dann und wann leicht zusammen, wenn sie sich ihm plötzlich stark näherte oder ohne Vorwarnung berührte oder Ähnliches. Und er war ein Hüne von Mann, wohl noch größer als Naoya und auf jeden Fall breiter gebaut. Rein Kräftemäßig war Keiichi ihr wohl dreifach oder mehr überlegen, aber Reiko war auch nicht so dumm, sich auf ein pures Kräftemessen einzulassen, wenn von Vornherein klar war, dass sie es auf gar keinen Fall gewinnen konnte. Dennoch hatte Keiichi sie am Anfang nicht weniger belächelt, als es der werte Herr Baum von Bodyguard Nummer Eins wohl tat. Die Reaktion des Leibwächters war ihr demnach nicht gerade neu, aber wenn sie jedes Mal von Neuem derlei Gestalten ihr Können beweisen würde, hätte sie in den ersten Wochen bis Monaten wohl keine Zeit mehr, auch nur irgendetwas anderes zu tun. Obgleich die allgemeine Haltung der Herrschaften in letzter Zeit doch toleranter wurde, wenn sie sich recht entsinnte. Aber es reichte ihr vollkommen, wenn zumindest ihre Schwertbrüder den richtigen Blickwinkel besaßen.
Sie verfolgte den Gedanken allerdings auch kaum weiterhin, da Naoya auf das Händchen für Pferde zu sprechen kam, das Reiko durchaus auch ihr Eigen nennen durfte. Dennoch deutete sie ein leichtes Kopfschütteln an und strich ihrer Begleiterin sanft über die Schulter. „Ich finde es eher faszinierend, wie unglaublich lern- und bereitwillig unsere treuen Vierhufer sein können.“ Sie hatte Hana schließlich nicht mit der Peitsche zu diesem kleinen Kunststückchen genötigt, obwohl es nicht wirklich einer natürlichen Handlung entsprach. Überhaupt neigte sie dazu, in vielen Dingen, die auf der Mithilfe der Rösser basierten, den Lob oder die Anerkennung an ihre treue Gefährtin weiterzugeben, anstatt es selbst einzuheimsen. Sie stupste ihr leicht an die Nüstern, während der Rotäugige schließlich zu ihrer Frage Stellung nahm, bei der die eigentlich vorhandene Enttäuschung durch eine eher gleichmütige Miene aufgehoben wurde. Reiko schenkte ihm mehr ein entschuldigendes, denn schuldbewusstes Lächeln, wobei sie auch weiterhin über die Tatsache schwieg, dass sie ebenso wenig den Aufenthaltsort Kasais kannte. Sie bezweifelte ebenfalls, dass er sich bereits jetzt in irgendeiner Bar abschoss, noch, dass er sich so lange etwa auf dem Abort herumtrieb. Zumindest hoffte sie dies. Nur kurz darauf zeichnete sich allerdings ein amüsiertes Feixen auf ihren Zügen ab. „Die Umschreibung lässt allerdings recht viel Raum für freie Interpretation.“ Auch, wenn klar war, welche Räume damit tatsächlich gemeint waren. Dennoch fragte sie sich, weshalb er sie gesucht hatte – tatsächlich dringend war es ja offensichtlich nicht, aber dies bedeutete nicht, dass Reiko sich dadurch weniger dafür interessierte.
Als sie die eiligen Schritte hinter sich hörte, die zu dem Stallburschen gehörten, der sie vorhin schon um ein Haar mit gewichtiger Miene über den Haufen gerannt hatte, trat die Rotblonde prophylaktisch einen Schritt zur Seite, um ihm zusätzlich Platz zu machen, auch, wenn im Grunde Platz genug vorhanden war. Schweigend beobachtete sie die Übergabe des Ordners, und verabschiedete Itoe mit einem erneuten Lächeln und kurzen, jedoch freundlichen Worten. Sie konnte die Dame an sich eigentlich sehr gut leiden, auch, wenn sie ihr manches Mal doch zu bescheiden war. Aber daran ändern ließ sich wohl auch nicht wirklich viel. Als der Daimyo im Anschluss auch seine beiden Schatten entließ, bedachte Reiko ihn mit einem geradezu schelmischen Lächeln. „Eine wahrhaft optimistische Prognose, die du da geäußert hast.“ Aber sie wusste, dass er kein verweichlichtes, verzogenes Bürschlein war und sich dementsprechend wirklich sehr wirkungsvoll selbst verteidigen konnte. Und sollte wirklich etwas passieren, so würde Reiko selbst wohl kaum nur ein kleines Anfeuerungstänzchen aufführen, und ihm ansonsten von Weitem zusehen. Als Naoya abermals das verwaiste Büro ansprach, stieß Reiko ein amüsiertes Lachen aus. „Hana ist für mich ein Engel auf Erden und als Gesellschaft deutlich angenehmer als manch anderer Geselle. Aber wenn das dein eigentliches Anliegen gewesen ist, dann kann ich dir sagen, dass ich da nach wie vor einen guten Überblick habe. Immerhin habe ich mich erst vorgestern intensiv damit beschäftigt und auch heute Vormittag den Trainingsgefilden einen kurzen Besuch abgestattet.“ Während Reiko sprach, warf Hana den Kopf recht stolz nach oben und schüttelte ihre lange Mähne, wie als ob sie genau wusste, wann sie sich ein wenig in Szene setzen konnte und auch durfte. Immerhin war sie sich des musternden Blickes Naoyas wohl bewusst, wie spätestens dann deutlich wurde, als sie ihm mit gespitzten Ohren den Kopf zuwandte und leicht mit einem Huf aufstampfte. Ja, ganz eindeutig- die ehrenwerte Prinzessin präsentierte sich.
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Miyamoto Naoya
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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Mo Mai 26, 2014 11:30 pm

Gleichmütig lächelte Naoya über so ziemlich jedes von Reikos Worten. Er fand sie keineswegs unhöflich, es war eben ihre Art, diese Art, die - wenn er sie an Frauen erlebte - ihm manchmal die Nackenhaare aufstellte und ein unangenehmes Kribbeln in seiner Magengegend auslöste. Im Moment ließ es sich aber noch ganz gut aushalten. Er konnte nachvollziehen, dass sie nicht begeistert von den schweigenden Gestalten war, die immer hinter ihm herdackelten, als müsste sie ihm den Hintern küssen, denn das war er selbst nicht, aber es war zu seiner Sicherheit, denn anders, als ein Dorfoberhaupt der Shinobi war er nicht die letzte Bastion dieser Stadt, sondern ihr Herz und damit der empfindlichste Punkte. Wäre er einmal tot würden gefährliche Ränkespiele ihren Lauf nehmen und Methoden zur Machtübernahme greifen, die weniger ehrenhaft nicht sein könnten. Ohne einen Nachfolger der alt genug war, war er damit ein noch wunderer Punkt, als ohnehin schon. Ein innerliches Seufzend brachte ihn davon ab, sich diesem Gedanken hinzugeben und sich an seine damit nervende Mutter und Berater zu erinnern.
Er würde das alles eben irgendwann irgendwie regeln müssen.
Statt sich weiter damit zu beschäftigen, verlagerte der Daimyô seine Aufmerksamkeit wieder auf die Rotblondine, die mit ihrer Stute vor ihm stand und verfolgte ihre Worte, die auf seine eigenen Worte zuvor anspielten. Sein Lächeln wurde, jetzt wo sie allein waren, eine Spur stärker. "Warum? Hast du vor, mich anzufallen?", fragte er belustigt und musterte die wesentlich kleinere Frau. Wenn es um körperliche Attribute ging, dann war er wohl deutlich im Vorteil ihr Gegenüber - auch wenn er nicht behaupten wollte, dass er sie ihm Kampf mühelos besiegen könnte. Außerdem war sie ihm mit einem Attribut wohl überdeutlich überlegen... Allerdings war eine solche Oberweite für Männer wohl auch mehr als nicht erstrebenswert. Jedenfalls nicht am eigenen Körper und er war auch nicht unbedingt einer der Kerle, die besonders Acht darauf gaben, dass der weibliche Gegenpart in einer Beziehung besonders gut bestückt war. Tatsächlich war er in letzter Zeit sowieso vergleichsweise immun gegen solche Überlegungen.
Eine Beziehung passte ihm Momentan nicht so ganz in seine Lebensplanung.
"Jedenfalls plane ich keinen Kampf gegen dich oder meine Mutter und ihr werdet wohl die einzigen beiden Personen sein, die ich heute noch lange genug zu Gesicht bekomme, als dass sie versuchen könnten, mich anzufallen." Ruhig verlagerte er bei diesen Worten sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen und überlegte, wie er wohl reagieren würe, wenn Reiko ihn anfiel. Seine eigene Mutter war in keinster Weise eine Bedrohung, auch wenn sie die Naginata vergleichsweise sicher, gut und defensiv beherrschte, aber das war bei der Generalin vor ihm etwas anderes. Durch die Erfahrung der Jahre wusste er, dass sie mehr Waffen bei sich trug, als man auf den ersten Blick erkennen konnte und dass man die versteckten nur lokalisieren würde, wenn man einen sehr genauen Blick für das Detail der Körperbewegungen hatte. Nicht, dass der Dunkelhaarige das nicht hatte, aber Reiko bewegte sich durch die vielen Jahre, in denen sie die Waffen an diesen Stellen trug, kaum noch auffällig genug, wie ein Anfänger es tun würde.
Nur zu gern würde er mal wieder einem Anfängertraining beiwohnen.
Apropos Anfänger. Offenbar hatte sie verstanden, was er von ihr gewollt hatte, doch er schüttelte sanft den Kopf, um den Gedanken vorher zu verscheuchen. "Du kannst mir davon erzählen, wenn du möchtest, allerdings muss das keineswegs jetzt und hier sein. Ich vermute Hana interessiert sich nicht annährend so brennend dafür, wie ich." Mit einem leichten Zwinkern nahm er die Ernsthaftigkeit aus dem Thema und machte sich Gedanken darüber, wie er den restlichen Nachmittag und Abend verbringen würde, wenn er hier fertig war, obwohl das noch nichtmal direkt in Aussicht stand. Er hatte nicht wirklich etwas vor, geschweige denn irgendwelche Aktivitäten geplant, also konnte er sich genauso gut eine Weile mit seiner Kollegin unterhalten, anstatt sich schnellstmöglich hier loszulösen.
"Mir kam allerdings gerade in den Sinn, dass ich zu gern mal wieder dabei zusehen würde, wie die Frischlinge laufen, als hätten sie Storchenbeine, weil ihnen das Metall der Waffen an der Haut unangenehm ist und sie versuchen, das Ganze zu verstecken." Er selbst hatte womöglich auch so ausgesehen. Es gab nichtmehr viele junge Rekruten, die komplett traditionell erzogen wurden und - wie er - ihre Ausbildung im Kleinkindalter begonnen und in der gleichen Strenge, wie es bei ihm der Fall gewesen war. Wohl deshalb gab es bei jungen Rekruten immer öfter lustige Szenen am Beginn ihrer Ausbildung, bevor sie die rasanten Fortschritte machen konnten, die ihnen den Weg in die Truppe ebnete. "Vermutlich fehlt mir dazu aber sowohl Zeit, als auch der Überblick darüber, wann wohl ein guter Augenblick wäre, die ehrfürchtigen Blicke zu erzwingen." Wovon er sprach? Vom ersten Mal, dass ein junger Bursche seinen Daimyô aus der Nähe und in Natura sah, von dem er bis dahin immer nur hören durfte oder ihn aus der Ferne betrachtete, wenn er auf irgendeiner öffentlichen Festivität sprechen musste.

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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Do Mai 29, 2014 8:20 pm

Ein letzter, auf eine eher spöttische Weise belustigter Blick schenkte sie dem schnaubenden Schatten noch, ehe ihre Aufmerksamkeit für einen Augenblick wieder von Hana beansprucht wurde, die erst ihren Arm leicht anstubste und schließlich an ihrem Ärmel zog. Während Reiko keine Probleme damit haben mochte, mitten in dem Gang zu stehen und ein lustiges Schwätzchen zu führen, hatte die Vierbeinerin da nicht wirklich viel Spaß dabei. Es war wohl das Beste, wenn Reiko sie in nächster Zeit wieder sich selbst überließ, ansonsten würde Hana vielleicht noch auf die Idee kommen, ihren Ärmel zu fressen, nur, um Beschäftigung zu haben. Oder vielleicht auch den von Naoya. Einen so großen Unterschied mochte sie da letztendlich vielleicht auch gar nicht machen.
Dennoch kehrte ihre Aufmerksamkeit nur kurz darauf wieder zu ihrem Gegenüber zurück, der ihr mit seiner belustigten Frage ein recht schelmisches Feixen entlockte. „Das wäre doch mal einer Überlegung wert.“ Bei vielen anderen weiblichen mochte solch eine Antwort einen eher anzüglichen Unterton haben, allerdings fand man diesen bei Reiko eher selten -schon gar nicht in ernstgemeinter Art- vor, so auch in diesem Zusammenhang nicht. Abgesehen davon, dass sie andere Leute durchaus anfiel. Auf die ein oder andere Weise. Und dem ein oder anderen Grund. Mit dem ein oder anderen Ergebnis. Aber sie tat es. Nicht selten sogar mit einem nicht geringen Grad der Freude dabei. Wirklich unbekannt war dieses kleine Nebenhobby ihrerseits allerdings auch nicht, schon gar nicht bei ihren Schwertbrüdern, aber auch -schwestern. Auf der anderen Seite bewies das nur, dass gewisse Personen einen gewissen Status hatten. Immerhin fiel sie ja nicht jeden einfach so an. Und auch nicht ständig. Der Trost schlechthin für manch einen.
Als Naoya seine Mutter wähnte, entfuhr Reiko ein theatralisches Seufzen. Nicht wegen seiner Frau Mutter im speziellen -immerhin konnte sie nicht von sich behaupten, sie wirklich zu kennen-, sondern allein schon wegen Müttern im Allgemeinen. „Unterschätze niemals unsere lieben Mütter. Sie können auf ihre Weise schlimmer als unsere ärgsten Feinde sein.“ Wohlgemerkt, auf ihre Weise. Der einzige Vorteil bei Müttern war wohl, dass sie weitaus seltener versuchten, einen zu töten als der herzallerliebste Feind von Nebenan. Da konnten sämtliche Vorteile aber auch schon wieder ein jähes Ende nehmen. Bald darauf machte sich aber auch schon wieder das wohl altbekannte, belustigte Lächeln ihrerseits auf ihrer Miene breit. „Aber wie beruhigend, dass du keinen Feldzug gegen uns planst.“ Nicht, dass sie nicht in der Lage wäre, sich in so einem Fall immerhin zu wehren, aber man musste ja nun wirklich nichts derartiges herbeiwünschen oder gar provozieren. Nicht, dass sie in den vergangenen Jahren den Eindruck bekommen hätte, dass er der Typ für so etwas war, zählte er doch eher weniger zu den aggressiven, überstürzten Figuren, die sich mit Feuereifer in jeden noch so kleinen Konflikt stürzten. Was vermutlich auch besser so war, in seiner Position.
Als er jedoch zusammen mit seiner sanften Zurückhaltung und Kopfschütteln auf Hana verwies, lächelte Reiko, ein wenig amüsiert, während sie den Hals der hellen Stute streichelte. Er hatte damit wohl den Nagel auf den Kopf getroffen, scharrte die liebenswürdige, tierische Dame doch auch just in diesem Moment sowohl ungeduldig, als auch höchst gelangweilt mit dem Huf und warf den Kopf in die Höhe. Dabei war wohl weitaus weniger das Gespräch an sich das, was die Langeweile in ihr hervorrief, sondern die Tatsache, dass abgesehen davon in diesem Moment so absolut gar nichts passierte. Reiko versetzte ihrer Begleiterin einen sanften, aufheiternden Klaps auf die Schulter und wandte dann wieder den Blick dem Daimyo zu. „Da ist wohl was dran. Ich könnte dir aber auch davon erzählen, während ich Madame wieder auf die Weide oder zumindest zurück ins Körbchen bringe. Bevor der Gang einen neuen Boden benötigt.“ Das breite Feixen war nach der unglaublich langen Pausen von bestimmt drei Minuten wieder zurückgekehrt und begleitete die Worte mit seiner ganzen Pracht und wurde durch nichts geringeres als ein ausgewachsenes, hochgradig belustigtes Lachen abgelöst, das als Reaktion auf Naoyas nächsten Worte geboren wurde. Sie wusste, von welchem Bild der Herr sprach, hatte sie es doch selbst mehr als einmal gesehen. Bei jungen Rekruten, aber auch bei Anwärtern und bei ihrer eigenen Familie, namentlich Amaya. „Wir Frauen haben es da wohl mit unserer Intuition leichter, was den rechten Augenblick anbetrifft.“ Mit einem vergleichweise kecken, schiefen Lächeln zuckte sie leicht die Schultern und neigte schließlich den Kopf leicht zur Seite. Es war offensichtlich, dass er in seiner Position meistens nicht einfach mal eben so durch die Gegend tingeln konnte, ohne, dass ein bestimmter Grund dahinter stand, aber es war doch eine Schande, wenn er sich deswegen den Anblick verkneifen müsste. „Ich denke, du solltest dir die Zeit ab und an einfach mal nehmen, immerhin sind einige einen ehrlichen Blick wert. Und zur Not gehst du eben inkognito. Dann hast du auch kein Problem mit dem rechten Augenblick.“ Der sehr leidenschaftlich tanzende Schalk in den kristallblauen Augen der Generalsdame bewies überdeutlich, dass ihre Worte nicht vollkommen Ernst gemeint waren, zumindest nicht alles. Sie war durchaus der Meinung, dass er wenigstens zwischendurch einmal vorbeischauen sollte, wenn nicht gerade irgendeine Residenz brannte oder sonst etwas mehr oder weniger Wichtiges anstand – nur der Punkt mit dem Inkognito könnte sich als ein wenig schwieriger herausstellen. Möglicher Weise.
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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Fr Mai 30, 2014 8:53 pm

"Solang du mich vorwarnst, ist alles in Ordnung." Nun, eigentlich nicht unbedingt, aber letztendlich könnte er auch nichts dagegen tun, wenn es der Frau in den Sinn kam, ihm um den Hals zu fallen - mal ganz davon abgesehen, dass er bezweifelte, dass ihr genau das in den Sinn kommen würde. Er seufzte leise bei dem Gedanken, dass er irgendwie zimperlich geworden war, was das anging und alles war einigen negativen Beispielexemplaren des weiblichen Geschlechts geschuldet, die ihn mit ihrer freien, wilden Art verunsichert hatten, nachdem sie doch alle recht enttäuschende Beziehungen mit ihm geführt hatten. Vielleicht lag das wirklich an dem Typ Frau, der so entschlossen und offiziell eigenständig war, anstatt sich im Schoße einer Familie zu wähnen und dort ihr Leben zu fristen. Nicht, dass er unbedingt so eine Frau wollte, eigentlich wusste er ja garnicht, was er wollte.
Vermutlich garnichts.
Auf die Worte bezüglich der Mutterschaft im Allgemeinen schüttelte der Daimyô kaum merklich den Kopf und lächelte belustigt. Nein, seine Mutter war nun wirklich keine von der Sorte, die einem der schlimmste Feind werden konnte. "Solange ich sie nicht gedanklich auf Enkelkinder kommt, ist sie ganz handzahm", erklärte er und neigte leicht den Kopf. Natürlich plante er keinen Feldzug gegen sie. Reiko war ihm immerhin im Dorf eine wichtige Stütze und auch wenn seine Mutter offiziell keine Aufgaben mehr übernahm, so war sie in sozialen Dingen mit offiziellen Besuchern eine unglaublich gute Hilfe. Sowohl als Gastgeberin, als auch dahingehend, dass sie über viele Familien, die aus Tetsu no Kuni stammten einfach alles zu wissen schien, was es zu wissen gab. Sie hätte ihm auch sagen können, warum Reiko so gut ritt.
Sein Blick fiel aber recht schnell wieder auf Hana, die ungeduldig mit den Hufen schabte und ganz offensichtlich keine Lust auf ein Schwätzchen hatte. "Dann solltest du das wohl tun und wir uns vielleicht woanders unterhalten, wenn du denn Zeit und Lust dazu findest. Andernfalls könnte ich dir deinen wohlverdienten Feierabend nicht vergönnen und die Unterhaltung ja durchaus verschieben." Eine Weile musterte er noch die Stute, bevor er deren Besitzerin zulächelte und darauf wartete, dass sie ihrem Werk nachging, das Pferd hin in seine Box zu bringen, wo es die Nacht würde verbringen können, im Stehen schlafend, wie die Tiere das so taten. Er würde ihr wohl in gebührendem Abstand folgen, sich nicht aufdrängeln, oder einfach an Ort und Stelle warten, bis sie fertig war. Selbst wenn sie jetzt kein Gespräch mehr würde führen wollen, so würden sie doch bis ins Dorf noch den gleichen Weg haben.
Auf ihre Hinweise bezüglich seiner Zeit, die er sich nehmen sollte, lachte er kurz auf und nickte, rieb sich etwas verlegen über die Narbe auf der Nase, bevor er seinen Arm wieder locker hängen ließ, den anderen noch immer in den Obi gehakt, der seinen leichten Kimono zusammenhielt. "Das sollte ich wohl, wenn es mir nun wirklich jeder zu sagen scheint, sogar eine meiner treuesten Helferinnen. Ich schätze, was das Zeit nehmen anbetrifft, bin ich ein hoffnungsloser Fall und werde nie lernen, wie das wirklich funktioniert." Seine Worte waren größtenteils scherzhaft gemeint, enthielten aber eben wahre Worte. Sie war eine seiner treuesten Helferinnen, sonst wäre sie nicht General. Ebenso war er aber auch nicht gerade meister darin, sich in seiner Arbeit zu zügeln, sondern mutierte gern mal zum Workaholic, wenn es viel zu tun gab und er kein Ende in Sicht kommen sah. Dann schlief er eben mal über Papieren ein.
Während er sich also Gedanken über den richtigen Zeitpunkt und den in Reikos Augen tanzenden Schalk machte, streifte er sogar kurz den Gedanken, sich tatsächlich zu verkleiden, bevor er ihn schnell wieder verwarf. "Ich vermute mal, ich werde schon genug Zeit finden in den nächsten Tagen. Zur Not wälze ich meinen Papierkram eben auf euch ab", erklärte Naoya mit einem Zwinkern, denn er wusste, wie furchtbar gern die Rotblonde eben dieser Arbeit nachging und dass sie ja absolut nicht selbst die Attitüde an den Tag legte, das Ganze an andere abzuschieben. Tatsächlich würde er aber sicher Zeit dazu finden und irgendwann mit ihr erörtern, wann sie Zeit dazu hatte, dem Auftritt der Jünglinge dann ebenfalls beizuwohnen. Vielleicht bekamen sie ja auch Kasai dazu. Das wäre eine geballte Ladung an Autorität, die sicher für viele offene Münder und deshalb kalt werdende Milchzähne sorgen würde.

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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Sa Jun 07, 2014 11:53 pm

Ein belustigtes Lächeln breitete sich, abermals, auf den Zügen der Koyama aus, während sie den Kopf in leicht neckischer Manier zur Seite neigte. „So kannst du deine Reaktionen aber nicht testen.“ Immerhin musste er in seiner Position ja darauf gefasst sein, dass er auch unvorbereitet angefallen wurde. Noch dazu mit einem anderen Hintergrund und in einer anderen Art, als sie selbst es tun würde, verstand sich. Und solch charmanten Gesellen würden wohl auch den Teufel tun und ihn vorwarnen – immerhin hätten sie dadurch ja keinerlei augenscheinlichen Vorteil mehr. Reiko hatte demnach, mehr oder weniger gewollt, sowohl ihre werten Schwertbrüder, als auch -schwestern gegenüber dem ein oder anderen Umstand sensibilisiert und zum Teil auch abgehärtet. So begegneten etwa einige der Herren, mit denen Reiko mehr zu tun hatte, einem übermäßig freundlichen Lächeln bei Frauen mit gesundem Misstrauen und Vorsicht – immerhin konnte es gut sein, dass für sie am Ende nicht unbedingt etwas Gutes bei raus sprang. Früher oder später würden sie es ihr wohl danken – oder auch nicht, das würde sich noch zeigen müssen.
Bald darauf stieß Reiko aber auch wieder ein Seufzen aus, als der Daimyo verlauten ließ, dass seine Mutter an sich handzahm war, solange sich eben nur nicht die Gedanken an reizende kleine Enkelkinderchen breit machten. „Dann hast du wohl den pflegeleichteren Muttertyp abbekommen.“, bemerkte sie mit einem recht schiefen Lächeln. Sie selbst vertrug sich mittlerweile zwar wieder besser mit ihrer werten Frau Mutter, aber sie war nach wie vor nicht selten recht anstrengend, was auch durch das Alter nicht gemildert wurde – eher nahm es mit den Jahren nur noch zu, wie es ihr schien. Allerdings musste man auch sagen, dass sie sich ohnehin ab einem gewissen Zeitpunkt etwas entfremdet hatten, was als Folge wohl auch einfach die häufigen Streitpunkte provozierte. Aber immerhin hatte Reiko ihre Mutter nicht allzu oft in den Ohren liegen, wegen Enkelkindern, da sie mit Amaya ja schon ihr Erstes hatte. Es hinderte sie allerdings auch nicht daran, des Öfteren einen mehr oder weniger spöttischen Kommentar darüber abzugeben, dass ihre jüngere Schwester vor ihr Mutter geworden war. Wenn es nach ihrer Mutter ging, wäre sie ohnehin in derselben Situation wie ihre geliebte Schwester und ganz sicher nicht im Generalsstab. Ein leises, feines Seufzen entwich ihr, ehe sie die Gedanken daran wie eine lästige Fliege wieder verscheuchte, immerhin halfen sie ihr nicht gerade dabei, eine gute Laune beizubehalten.
Gleichzeitig konnte auch Hana ihre Geduld kaum mehr beibehalten; sie hatte wenig Interesse daran, sich mitten im Gang die Beine in den Bauch zu stehen und absolut nichts zu tun. Es war demnach wirklich besser, sie wieder sich selbst zu überlassen, denn dann musste man auch nicht mehr auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen. „Es ist nicht so, als hätte ich noch eine lange To-do-List für heute ausstehen, also mach dir darüber keine Gedanken.“ Abgesehen von dem Berg von Papierkram natürlich, der sehnsüchtig darauf wartete, dass er endlich bearbeitet wurde. Aber ansonsten waren ihre Worte keineswegs gelogen – zumal die einzigen, um die sie sich heute wohl noch am ehesten würde kümmern müssen, ihr ehemaliger Sensei und Shin waren. Und die durften zu der Zeit wohl auch irgendwo unterwegs sein, sodass ihre Anwesenheit bei ihnen derzeit auch nicht von Nöten war. Durchaus möglich, dass die beiden ohnehin zusammen etwa dem Sake zusprachen. Ohne sie. Oder aber sie waren wieder am Rauchen wie die Weltmeister, was sie gerne taten, wenn Reiko nicht in der Nähe war um missbilligend die Nase zu kräuseln – nicht, dass sie nicht selbst eine zeitlang geraucht hätte, oder selbst heute in starken Stresssituationen noch dazu neigte. Aber ansonsten konnte sie nicht behaupten, dass es ihr wirklich viel ausmachte, sich auch während ihrem 'wohlverdienten' Feierabend mit Naoya zu unterhalten, selbst wenn ein Geprächspunkt sich auf die Arbeit bezog. Demnach nickte sie Hana leicht zu, die sich von selbst schnaubend in Bewegung setzte und an Naoya vorbei trottete, wenngleich nicht, ohne ihn im Vorbeigehen leicht am Arm anzustubsen. Reiko folgte unmittelbar, wenn auch nicht, ohne belustigt zu lächeln. „Gibt es eigentlich etwas bestimmtes, das du in dem Zusammenhang wissen wolltest oder fragst du nur ganz allgemein?“, fragte Reiko über die Schulter hinweg, während sie Hana den Vortritt ließ, immerhin wusste die Stute ja, wo sie hin musste. Der Weg war auch keineswegs lang; wenige Boxen später war schon die von Hana erreicht, in die sie sich auch unmittelbar begab, nachdem Reiko ihr die Tür geöffnet hatte.
Als der Daimyo auf ihre früheren Worte kurz lachte, wandte sie ihm wieder mit einem amüsiertem Blick zu und ließ ein neckisches, schiefes Lächeln aufblitzen. „Dann solltest du dir wohl allein dafür einen Lehrer oder eine Lehrerin suchen. Sonst bekommst du doch noch schneller Falten und graue Haare, als man jetzt noch meinen würde.“ Er hatte sich bisher schließlich noch sehr gut gehalten, sodass man ihm sein Alter eigentlich gar nicht wirklich ansah. Da wäre es doch eine Schande, wenn es sich nur deswegen innerhalb kürzester Zeit zum genauen Gegenteil wandelte. Gleich darauf erstarb allerdings ihr amüsiertes Lächeln und machte einem genervten, resignierten Seufzen Platz – eine mittlerweile automatische Reaktion, wenn andere das Wort 'Papierkram' auch nur in den Mund nahmen. Auch trotz dem Umstand, dass die Worte Naoyas wohl kaum bierernst zu nehmen waren, ließ sich das Seufzen nicht unterdrücken. Es währte allerdings nur einen kurzen Augenblick, sodass sie ihm unmittelbar danach eine spöttische Kusshand zuwerfen konnte, gefolgt von einer ebensolchen Verbeugung. „Nichts lieber als das.“, flötete sie in -offensichtlich falscher- Begeisterung darüber, ehe sie zu Hana in die Box trat und sie zum Abschied umarmte. Zumindest ihren Hals, war es doch ein wenig mit Schwierigkeiten verbunden, tatsächlich den ganzen Körper der Stute zum umarmen. Erst im Anschluss daran und des Türeschließens wandte sie sich wieder an Naoya. „So, jetzt können wir reden.“ Ohne, dass eine gewisse Stute ihre mangelnde Geduld und ihre umso größere Langeweile kundtat, natürlich.
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BeitragThema: Re: Ställe der Truppe   Mi Jun 11, 2014 11:40 pm


Naoya neigte ergeben den Kopf und folgte der Anweisung, sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob sie noch viel zu tun hatte. Wahrscheinlich blieb auch nicht mehr Arbeit liegen, als sie es ohnehin tat und letztendlich war es ihre Sache, wie viel sie aufschob, solange das Dorf nicht darunter litt. Und da sie doch eher eine Dame der treuen und pflichtbewussten Sorte war, würde das wohl nie geschehen. Während er aber darauf wartete, dass Hana ihren Platz in der Box fand und sich von ihrer Partnerin verabschiedet hatte, dachte er eher über die Worte nach, die einen Lehrer betrafen, der ihm zeigen sollte, wie man sich Zeit nahm. Der Daimyô bezweifelte, dass man bei ihm noch große Charakterzüge ändern konnte, letztendlich war er dazu wohl wahrlich zu alt. Immerhin war er irgendwann einmal so erzogen worden: Zielstrebig und unermüdlich, was seine Arbeit angeht. Er war irgendwo wohl Samurai der alten Schule, auch wenn er heute damit beschäftigt war, diese aufzubrechen.
Während er also etwas abseits stand und sich fragte, wer ihm das überhaupt beibringen sollte, da letztendlich irgendwie jeder, den er kannte, seine Arbeit auf seine Art erledigte, drückten sich an ihm ein zwei Stallburschen vorbei, ohne dass er sie wissentlich registrierte. Der Dunkelhaarige bekam nur im Unterbewusstsein mit, dass man versuchte, Abstand zu ihm zu halten und sich einer der Jünglinge bei diesem Versuch beinahe auf die Nase legte. Wahrscheinlich war er es mitlerweile einfach zu sehr gewohnt, dass man ihm einen unvergleichlichen Respekt entgegenbrachte. Da er seit mehr als 10 Jahren Daimyô war, mochte das wohl auch so sein, da es ihn sonst ohnehin irgendwann wahnsinnig werden lassen würde, wie man mit ihm umging. Erst Reikos spöttisch verzogene Stimme und die Kusshand ließen seinen Blick sich wieder klären und die Rotblondine lächelnd ansehen, obgleich ihm Sprüche und Gesten dieser Art die Nackenhaare leicht aufstellten.
Dennoch ließ er sich nichts anmerken, nickte ruhig und wartete darauf, dass sie wieder bei ihm stand.
"Ich schlage vor, dass wir unser Gespräch auf dem Weg zu einem ansprechenderen Ort fortsetzen und damit verhindern, dass sich hier noch jemand auf die Nase legt, weil er sich um uns herumdrücken will, anstatt einfach seiner Arbeit nachzugehen, als wären wir normale Menschen..." Seine Augen verfolgten die Bewegungen eines Mitarbeiters, der wiedermal verzweifelt versuchte, sich wie ein Schatten zu bewegen und sich mitten in der Bewegung offenbar ertappt fühlte, denn er stockte und wankte kurz, bevor er erzwungen normal weiterging und im Gesicht einer Tomate glich. Sie sollten wahrlich weg von hier. Reiko war vielleicht ein "gewöhnlicherer Umgang", aber wenn sie beide hier waren, dann fühlte sich wohl jeder dazu genötigt, sich unauffällig zu verhalten.
"Was hälst du davon, mal nachzusehen, ob wir Kasai in einem Etablissement finden, das ihm eher liegt, als euer Büro?", fragte Naoya belustigt und war keineswegs darauf aus, den anderen General schlecht darzustellen. Es war nicht verwerflich, sich gern mal in einer Bar aufzuhalten, gesellschaftlich sogar eher angesehen, als sich ständig höflich zu verkriechen, wie der Miyamoto selbst es gern tat. Er rechnete aber auch nicht damit, dass sie den 10 Jahre Jüngeren überhaupt treffen würden, es war eher eine indirekte Einladung, das Gespräch irgendwohin zu verlegen, wo sich die Leute nicht um sie herumdrückten, als seien sie ansteckend. "Ich frage eher allgemein und bin neugierig, was sich tut, da ich eben zu wenig Zit habe, dem Training selbst beizuwohnen und ich mir schon dachte, dass du immer weißt, wie es um unsere Jünglinge steht. Vielleicht hast du ja auch ein paar schöne Geschichten, hm?" Nach den Worten wandte der großgewachsene Mann sich langsam ab und machte sich daran, die Ställe wieder zu verlassen und den Weg zurück direkt ins Dorf anzutreten. Weit hatten sie es nicht und im anbrechenden Abend war es angenehm.

OW: Gaststättengedöns ~

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Ställe der Truppe
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